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Spätestens jetzt sind die Vorzeichen geklärt und wir tauchen tiefer in das unkonventionelle

Beziehungsgefüge ein: Ein Sonntagessen bei Julies Familie, in die Ismaël fest als Schwiegersohn

integriert ist und Julie beiläufig ihre Ménage à trois in der Küche bei Schwester und Mutter

erwähnt. Oder: Ein beispielhafter Abend zu dritt, bei dem die Fragilität dieser noch frischen

Beziehungskonstellation und Fragen nach der richtigen Balance zwischen dem Paar und der

neuen Gespielin besungen werden.

 

Kaum begreift man die feinen zwischenmenschlichen Strukturen, schon schlägt das Schicksal

donnergleich zu, um alles durcheinander zu wirbeln und die Karten neu zu mischen:

Unvorhergesehen erleidet Julie einen Hirnschlag und stirbt an dessen Folgen – Ismaëls Song

„Delta-Charlie-Delta“ mit den darauf montierten Bildern des langsamen Gewahrwerdens des

Verlustes bis hin zur Trauerfeier mit den fassungslosen Hinterbliebenen lässt Trauer,

Hilflosigkeit und Ohnmacht fühlbar werden.

 

Die Komposition von Lied und Bild scheint den Zustand des Schockes regelrecht zu imitieren.

Versuche der Trauerarbeit, mit dem erlittenen Schlag zurechtzukommen, reihen sich

aneinander – jeder auf seine Art, unmöglich gemeinsam die Lücke der Abwesenden zu füllen.

Ismaël schottet sich ab, weder Alice noch Julies Familie können ihm helfen, eher bedrängen

alle ihn mit ihrem Wunsch nach Gemeinschaft, insbesondere die Schwester Jeanne mit ihrem

Bedürfnis, Erinnerung heraufzubeschwören.

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